Die Täler von Kappadokien (Türkei): Routen, Heißluftballonfahrten, Tipps

Die Täler Kappadokiens: Eine Marslandschaft im Herzen Anatoliens

Kappadokien ist einer jener Orte auf der Erde, an denen die Realität jede Fantasie übertrifft. Die Täler Kappadokiens, die sich zwischen den Städtchen Göreme, Urgup, Uchisar, Çavuşin und Avanos, bilden eine fantastische Landschaft mit „Zauberrohren“, rosa Felsen, in Tuffstein gehauenen Behausungen und Tempeln, die mit byzantinischen Fresken verziert sind. Genau hierher strömen Reisende aus aller Welt, um bei Sonnenaufgang mit dem Heißluftballon zu fliegen, durch die marsähnlichen Täler zu wandern und in Felsenhotels zu übernachten. Die Täler Kappadokiens in der Türkei bestehen nicht aus einem einzigen Wanderweg oder einer einzigen Route, sondern aus einem ganzen Netz von Schluchten: das Rote und das Rosa Tal, das Tal der Liebe, das Tal der Tauben, Ihlara, Devrent und viele andere, jedes mit seinem eigenen Charakter. Zusammen gehören sie zum UNESCO-Weltkulturerbe „Nationalpark Göreme und Felsenwohnungen von Kappadokien“ (1985).

Geologie und Geschichte: Wie Natur und Mensch Kappadokien schufen

Die Geschichte Kappadokiens beginnt Millionen von Jahren vor den ersten Menschen. Vor 9 bis 3 Millionen Jahren brachen die Vulkane Erciyes, Hasan und Güllüdag regelmäßig aus und bedeckten die Region mit dicken Schichten aus Asche und Pyroklastika. Im Laufe der Zeit verdichteten sich diese Ablagerungen zu Tuff – einem weichen, porösen Gestein, das oben von härterem Basalt überdeckt wurde. Regen, Wind und Temperaturschwankungen verwitterten den Tuff über Millionen von Jahren hinweg und ließen die Bereiche unter den Basaltkappen unberührt. So entstanden die berühmten „Zauberkamine“ (Peribacalar) – spitze Felsen mit charakteristischen pilzförmigen Spitzen.

Der Mensch kam schon sehr früh hierher. Bereits in der Zeit der Hethiter, im 17. bis 12. Jahrhundert v. Chr., waren die Täler besiedelt. In der römischen und byzantinischen Zeit entwickelte sich Kappadokien zu einem der wichtigsten Zentren des frühen Christentums: Der weiche Tuff ließ sich mit einfachen Werkzeugen leicht bearbeiten, und Mönche begannen, in den Felsen Zellen, Kapellen und ganze Klöster zu hauen. Genau hier wirkten im 4. Jahrhundert die kappadokischen Kirchenväter – Basilius der Große, Gregor der Theologe und Gregor von Nyssa –, die die Grundlagen der östlich-christlichen Theologie legten. In der Zeit der arabischen und später der seldschukischen Invasionen zog sich die lokale Bevölkerung in unterirdische Städte zurück – riesige Labyrinthe, die sich Dutzende Meter tief in den Felsen erstreckten. Ab dem 11. Jahrhundert geriet die Region nach und nach unter die Herrschaft der Seldschuken und später der Osmanen; bis zum 20. Jahrhundert wurden viele Felsenstädte verlassen, und 1985 erhielten die Täler Kappadokiens den Status eines UNESCO-Weltkulturerbes.

Sehenswürdigkeiten und Aktivitäten in den Tälern

Das Wichtigste, was man bei der Ankunft verstehen sollte: Kappadokien ist nicht nur eine Sehenswürdigkeit, sondern ein Gebiet mit einer Fläche von etwa 9.500 Quadratkilometern, und die beste Art, es zu erleben, ist, zumindest einige Täler zu Fuß zu durchqueren.

Das Tal der Liebe (Aşk Vadisi)

Das fotogenste aller Täler, mit hohen, phallusförmigen Felsformationen, die sich in Reihen bis zum Horizont erstrecken. Der Wanderweg von Uchisar oder Göreme aus ermöglicht es, das Tal in 1,5 bis 2 Stunden zu durchqueren. Die beste Zeit ist ein bis zwei Stunden vor Sonnenuntergang, wenn sich der Tuffstein in kupferrosa Töne färbt.

Das Rote und das Rosa Tal (Kızıl ve Güllüdere Vadisi)

Diese Täler werden oft zu einer 6–9 Kilometer langen Rundwanderung verbunden, mit Abstechern zu alten Felsenkirchen – darunter die Kirche mit den Kreuzen, die Säulenkirche und die Hadschli-Kilise mit erhaltenen Fresken. Die Wege führen entlang malerischer Steilhänge, über Bäche und durch Obstgärten.

Das İhlara-Tal (İhlara Vadisi)

Am Rande der Region, in der Nähe des Vulkans Hasan, liegt die İhlara-Schlucht – ein 14 Kilometer langer Canyon des Flusses Melendiz mit Hunderten von byzantinischen Felsenkirchen aus dem 8. bis 13. Jahrhundert. Der Weg am Grund der Schlucht führt durch dichte Pappel- und Weidenwälder und wirkt wie eine Oase inmitten der Wüstenlandschaft.

Das Taubental (Güvercinlik Vadisi)

Zwischen Uchisar und Göreme erstreckt sich das Taubental, das seinen Namen den Tausenden von in den Felsen gehauenen Taubenschlagplätzen verdankt: Über Jahrhunderte hinweg sammelten die Einheimischen den Kot, um ihre Weinberge zu düngen. Die Aussicht vom Aussichtspunkt zwischen Uchisar und dem Pigeon Valley ist eines der Wahrzeichen ganz Kappadokiens.

Das Devrent-Tal (der Fantasie)

In der Nähe von Avanos liegt ein ungewöhnliches Tal, in dem bizarre Felsen an Tiere erinnern: Kamele, Robben, einen Kuss, die Jungfrau Maria. Hier gibt es keine Wanderwege und keine Kirchen, doch ein einfacher Spaziergang am Rand der Aussichtsplattform wird zu einem Spiel, bei dem man die Figuren zu erkennen versucht.

Ballonfahrt

Kappadokien ist einer der besten Orte der Welt für Heißluftballonfahrten. Bei Sonnenaufgang steigen gleichzeitig 80 bis 150 Ballons in den Himmel und verwandeln die Täler in eine Postkarte. Der Flug dauert etwa eine Stunde und endet mit einem traditionellen Glas Champagner am Landeplatz. Dies ist eines jener Erlebnisse, für die es sich lohnt, eine ganze Reise zu planen.

Interessante Fakten und Legenden

  • Der Name „Kappadokien“ geht auf das altpersische Katpatuka zurück – „Land der schönen Pferde“. Pferde waren tatsächlich schon in der Antike das wichtigste Symbol der Region.
  • Die unterirdische Stadt Derinkuyu reicht mindestens 85 Meter in die Tiefe und konnte Schätzungen zufolge bis zu 20.000 Menschen zusammen mit Vieh und Nahrungsvorräten beherbergen.
  • Ein Teil der kappadokischen Felsenwohnungen wird auch heute noch genutzt: In der Umgebung von Göreme und Ortaköy gibt es Dutzende von Hotels, die in alten Klösterzellen und byzantinischen Kirchen eingerichtet wurden.
  • Der Tuffstein ist so weich, dass im Mittelalter manche Familien buchstäblich innerhalb weniger Tage neue Räume in den Felsen hauen konnten – je nach Familienzuwachs.
  • Die Heißluftballons über Kappadokien steigen das ganze Jahr über auf: Sie fliegen 250–300 Tage im Jahr, je nach Wetterlage. Bei starkem Wind werden die Flüge abgesagt.

Anreise nach Kappadokien

Die meisten Reisenden fliegen einen der beiden Flughäfen der Region an: Nevşehir (NAV) oder Kayseri (ASR). Direktflüge von Istanbul dauern etwa 1 Stunde und 15 Minuten. Von Nevşehir nach Göreme, einem idealen Ausgangspunkt für die Erkundung der Täler, sind es etwa 45 Minuten mit dem Auto oder Transfer, von Kayseri etwa eine Stunde. Von Istanbul aus verkehren auch Nachtbusse, doch die Fahrt dauert 10–12 Stunden. Am bequemsten ist es, direkt am Flughafen ein Auto zu mieten – die Täler erstrecken sich über Dutzende von Kilometern, und es gibt nur wenige öffentliche Verkehrsmittel zwischen ihnen.

Wichtige Ausgangspunkte: Göreme (in der Nähe des Freilichtmuseums und der wichtigsten Wanderwege), Uchisar (höchster Punkt der Region mit einer Felsenfestung) und Urgup (größer, mit Boutique-Hotels und Weingütern). Alle Täler sind durch ein Netz aus Wanderwegen und Feldwegen verbunden, die meisten Routen sind zwischen 3 und 10 Kilometer lang.

Tipps für Reisende

Die besten Monate für einen Besuch sind April–Mai und Ende September–Oktober. Im Frühling blühen die Täler, im Herbst färben sich die Weinberge goldgelb, und die Temperaturen sind ideal für Wanderungen. Im Sommer, im Juli und August, erwärmt sich die Luft auf 32–35 Grad, und die Steine strahlen Hitze ab, weshalb man die Wanderwege am besten früh am Morgen begeht. Der Winter hat seinen ganz eigenen Zauber: Die schneebedeckten „Röhren“ und die gefrorenen Täler bieten einzigartige Fotomotive, allerdings werden einige Flüge wegen des Windes abgesagt.

Planen Sie mindestens drei volle Tage ein: einen Tag für das Göreme-Museum und die umliegenden Täler, einen Tag für die Rundwanderung „Rote-Rosa-Route“ plus das Tal der Liebe, einen Tag für die unterirdische Stadt und Ihlara. Wenn Sie eine Ballonfahrt planen, wählen Sie den frühen Morgen des ersten Tages für den Fall einer Absage – so bleibt die Möglichkeit, sie auf den nächsten Tag zu verschieben. Unbedingt bequemes Schuhwerk: Der Boden besteht aus lockerem Tuffstein, und die Wegmarkierungen sind stellenweise nur vage.

Praktische Tipps: Wasser zum Mitnehmen, Sonnencreme, Kopfbedeckung, Taschenlampe (nützlich in den dunklen Höhlenkirchen) und unbedingt eine warme Jacke für den Sonnenaufgang – selbst im Sommer ist es in der Höhe des Heißluftballons kalt. Auf Fotografen warten ideale Bedingungen: sanftes rosa Licht bei Sonnenuntergang und die blaue Stunde bei Sonnenaufgang. Die Täler Kappadokiens in der Türkei gehören zu den seltenen Orten, an denen man sowohl höher hinaufsteigen als auch tiefer hinabtauchen, innehalten und weitergehen möchte; sie verdienen ihren Platz unter den Naturwundern der Welt wirklich.

Unterirdische Städte und eine Parallelwelt unter den Füßen

Der wichtigste Begleiter der oberirdischen Tuffsteinlandschaft sind die berühmten unterirdischen Städte. In der Region gibt es mehr als zweihundert davon, doch nur wenige werden massenhaft besucht: Derinkuyu, Kaymaklı, Özköy und das kürzlich ausgegrabene Nevşehir-Kalesi. Diese von Menschenhand geschaffenen Labyrinthe reichen 8–12 Stockwerke tief in den Felsen hinein und konnten insgesamt Zehntausende Menschen beherbergen. Die Gänge wurden absichtlich schmal und niedrig angelegt, um das Vorrücken des Feindes zu erschweren, und die Eingänge zu den einzelnen Abschnitten wurden mit runden Steintüren verschlossen, die Hunderte von Kilogramm wogen. Im Inneren befanden sich Wohnräume, Stallungen, Weinkeller, Kirchen, Schulen, Brunnen und Lüftungsschächte, die auch in den unteren Ebenen für frische Luft sorgten. Ein Rundgang durch Derinkuyu oder Kaymaklı dauert 60–90 Minuten und sollte unbedingt in die Route jeder ernsthaften Kappadokien-Reise aufgenommen werden. Für Menschen, die unter Klaustrophobie leiden, kann diese Erfahrung schwierig sein – die Gänge sind stellenweise tatsächlich sehr eng.

Einzigartige Hotels in den Felsen

Ein besonderer Teil des Kappadokien-Erlebnisses ist die Übernachtung in einem Höhlenhotel. Dabei handelt es sich nicht nur um einen Marketing-Gag: Viele Zimmer wurden tatsächlich vor einigen Jahrhunderten in den Tuffsteinfelsen gehauen und sorgfältig restauriert, wobei die Gewölbedecken, Steinnischen und alten Kamine erhalten blieben. Die besten Höhlenhotels konzentrieren sich auf drei Ortschaften – Göreme, Uchisar und Urgup. Der Stein speichert die Temperatur hervorragend: Im Winter ist es in solchen Zimmern warm, im Sommer kühl, ohne dass eine Klimaanlage nötig ist. Von den Terrassen vieler Hotels hat man einen direkten Blick auf die Heißluftballons im Morgengrauen – für viele Reisende gehören diese wenigen Minuten am Morgen auf dem Dach zu den wichtigsten Eindrücken der Reise. Die Preise reichen von preiswerten Hostels bis hin zu luxuriösen Suiten, aber selbst die einfachste Variante vermittelt das Gefühl, „in einer anderen Epoche zu übernachten“.

Gastronomie und Wein in Kappadokien

Kappadokien ist eine der ältesten Weinbauregionen der Welt. Der Weinbau wurde hier bereits von den Hethitern betrieben, und die kappadokischen Griechen hielten die Tradition über Jahrhunderte hinweg aufrecht, bis sie 1923 vertrieben wurden. Heute arbeiten in den Weinbergen rund um Ürgüp Dutzende von Betrieben, die autochthone Rebsorten wiederbeleben: Emir, Öküzgözü, Kalecik Karası, Narince. Es lohnt sich, Zeit für einen Besuch in einem Weingut einzuplanen – Turasan, Kocabağ oder Mahzen – mit einer Verkostung lokaler Weine und einer Führung durch die Weinkeller, die oft ebenfalls in Tuffstein gehauen sind. Ideal zum Wein passen traditionelle Gerichte: Testi Kebab – Fleisch, das in einer versiegelten Tonamphore gebacken wird, die der Kellner mit einem Hammer direkt an Ihrem Tisch zerschlägt; Manti – winzige Teigtaschen mit Knoblauchjoghurt; und Dolma – gefüllte Weinblätter. Zum Frühstück werden in den Hotels ganze Tische mit lokalem Brynza, Honig, Pekmez (Traubensirup) und frischem Brot serviert.

Pferde und Ausritte

Wie Sie sich vielleicht erinnern, ist Kappadokien das „Land der schönen Pferde“, und Ausritte sind hier eine der Möglichkeiten, die Täler auf besonders poetische Weise zu erleben. Mehrere Reitställe in Göreme und Avanos bieten einstündige, halbtägige und ganztägige Touren durch das Tal der Liebe, das Rote und das Rosa Tal sowie die Umgebung des Erciyes-Vulkans an. Das Pferd schreitet dort voran, wo der Weg selbst für zwei Beine zu schmal ist, und eröffnet Ausblicke, die vom Auto aus oder zu Fuß nicht zugänglich sind. Für Kinder ab 8 Jahren ist dies eines der unvergesslichsten Erlebnisse; Anfänger erhalten eine Einweisung und werden von erfahrenen Führern begleitet.

Kappadokien im Winter

Besonders erwähnenswert ist die Wintersaison. Von Dezember bis Februar sind die Täler regelmäßig mit Schnee bedeckt, und die Landschaft verwandelt sich in ein völlig anderes Schauspiel: weiße „Röhren“ vor dem Hintergrund grau-rosa Felsen, kontrastreiche Schatten und menschenleere Pfade. Dies ist die ideale Zeit für Fotografen und alle, die die Menschenmassen satt haben, doch man muss auf die Kälte vorbereitet sein: Die Temperaturen sinken nachts auf -5 bis -10 Grad und steigen tagsüber selten über +5 Grad. Ballonfahrten finden bei günstigem Wetter statt, werden jedoch häufiger abgesagt. Dafür sind die Hotelpreise deutlich niedriger, und das Göreme-Museum sowie Derinkuyu wirken im Winter im wahrsten Sinne des Wortes mystisch. Wenn Sie im Winter nach Kappadokien reisen, nehmen Sie warme, wasserdichte Schuhe, eine Daunenjacke und eine Mütze mit – der Wind auf dem Plateau ist rau.

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Im Jahr 1985 wurde der „Nationalpark Göreme und die Felsenwohnungen von Kappadokien“ zum UNESCO-Weltkulturerbe erklärt. Es umfasst Täler mit Tuffstein-„Feenkaminen“, Höhlenkirchen mit byzantinischen Fresken, Felsenklöster und Siedlungen, die sich auf einer Fläche von etwa 9.500 Quadratkilometern zwischen den Ortschaften Göreme, Uchisar, Urgup, Cavusin und Avanos erstrecken.
Vor 9 bis 3 Millionen Jahren bedeckten die Vulkane Erciyes, Hasan und Güllüdag die Region mit dicken Schichten aus Asche und pyroklastischem Material, die sich zu weichem Tuff verdichteten, der von oben mit hartem Basalt bedeckt wurde. Über Millionen von Jahren hinweg haben Wind, Regen und Temperaturschwankungen den Tuff ausgewaschen und dabei Bereiche unter den harten Basaltkappen unberührt gelassen. So entstanden die spitzen, pilzartigen Felsen – die Peribacalar oder „Zauberkamine“.
Es gibt Dutzende von Tälern, von denen jedes seinen eigenen Charakter hat. Das Tal der Liebe (Aşk Vadisi) ist das fotogenste, mit hohen Felsspitzen. Das Rote und das Rosa Tal (Kızıl ve Güllüdere Vadisi) sind reich an Felsenkirchen mit Fresken. Das İhlara-Tal (İhlara Vadisi) ist ein 14 Kilometer langer Canyon mit Hunderten von Felsenkirchen aus dem 8. bis 13. Jahrhundert. Das Taubental (Güvercinlik Vadisi) ist berühmt für seine Tausenden von in den Felsen gehauenen Taubenschlägen. Das Devrent-Tal besticht durch bizarre Felsformationen, die an Tiere erinnern. Die meisten Routen sind zwischen 3 und 10 Kilometer lang.
In der Region gibt es mehr als zweihundert unterirdische Städte, doch nur wenige werden von vielen Besuchern frequentiert: Derinkuyu, Kaymaklı, Yozkönak und das kürzlich ausgegrabene Nevşehir-Kalesi. Sie erstrecken sich über 8 bis 12 Ebenen in die Tiefe und konnten Zehntausende von Menschen beherbergen. Im Inneren befinden sich Wohnräume, Stallungen, Kirchen, Weinkeller, Brunnen und Lüftungsschächte. Ein Rundgang durch Derinkuyu oder Kaymaklı dauert 60–90 Minuten. Menschen mit Klaustrophobie sollten beachten, dass die Gänge stellenweise sehr eng und niedrig sind.
Die Ballons steigen bei Sonnenaufgang auf; gleichzeitig erheben sich 80 bis 150 Ballons in den Himmel. Der Flug dauert etwa eine Stunde und endet mit einem Glas Champagner am Landeplatz. Die Ballons fliegen an 250 bis 300 Tagen im Jahr, werden jedoch bei starkem Wind abgesagt. Im Sommer sind Absagen selten, im Winter (Dezember–Februar) kommen sie aufgrund schlechter Wetterbedingungen häufiger vor. Es wird empfohlen, den Flug im Voraus zu buchen, und es ist ratsam, einen Reservetag in den Reiseplan einzubauen, falls der Flug ausfällt.
Nein, die meisten davon sind echte Felsunterkünfte, die vor einigen Jahrhunderten in Tuffstein gehauen und sorgfältig restauriert wurden, wobei die Gewölbedecken, Stein-Nischen und historischen Kamine erhalten blieben. Der Stein speichert die Temperatur hervorragend: Im Winter ist es in solchen Zimmern warm, im Sommer angenehm kühl – ganz ohne Klimaanlage. Die besten Höhlenhotels befinden sich in Göreme, Uchisar und Urgup. Die Preisspanne ist breit – von preisgünstigen Hostels bis hin zu luxuriösen Suiten mit Terrassen, von denen aus man die Heißluftballons bei Sonnenaufgang sehen kann.
Kappadokien ist eine der ältesten Weinbauregionen der Welt. Hier werden autochthone Rebsorten wiederbelebt: Emir, Öküzgözü, Kalecik Karası und Narince. Die größten Weingüter, die für Besichtigungen mit Verkostung und Führung durch die Keller geöffnet sind, sind Turasan, Kocabağ und Mahzen, die überwiegend in der Umgebung von Ürgüp liegen. Die Keller sind oft in Tuffstein gehauen, was ein ideales Mikroklima für die Reifung schafft.
Das Hauptgericht der Region ist Testi Kebab: Fleisch mit Gemüse, das in einer verschlossenen Tonamphore gebacken wird, die der Kellner feierlich mit einem Hammer direkt an Ihrem Tisch zerschlägt. Probieren Sie auch unbedingt Manti – winzige Teigtaschen mit Knoblauchjoghurt – und Dolma – gefüllte Weinblätter. Zum Frühstück werden in den Hotels traditionell lokaler Schafskäse, Honig, Pekmez (Traubensirup) und frisches Brot serviert.
Ja, der Winter ist eine ganz eigene und äußerst stimmungsvolle Jahreszeit. Von Dezember bis Februar sind die Täler oft schneebedeckt: Weiße „Röhren“ vor dem Hintergrund rosagrauer Felsen bieten einzigartige Fotomotive, und die Wanderwege sind fast menschenleer. Die Hotelpreise sind deutlich niedriger als in der Hochsaison. Nachteile: Die Temperaturen sinken nachts auf -5 bis -10 °C, tagsüber steigen sie selten über +5 °C, und Ballonfahrten werden häufiger abgesagt. Warme, wasserdichte Schuhe, eine Daunenjacke und eine Mütze sind Pflicht – der Wind auf dem Plateau ist heftig.
Ja, Ausritte sind für Kinder ab 8 Jahren möglich. Mehrere Reitställe in Göreme und Avanos bieten Touren unterschiedlicher Länge an: einstündige, halbtägige und ganztägige Ausritte – durch das Tal der Liebe, das Rote Tal und das Rosa Tal. Anfänger erhalten eine Einweisung und werden von erfahrenen Führern begleitet. Das Pferd gelangt an Orte, die mit dem Auto nicht erreichbar und zu Fuß schwer zu erreichen sind, sodass diese Art der Tour Ausblicke bietet, die von den üblichen Wanderwegen aus nicht zugänglich sind.
Die meisten Routen erfordern keine bergsteigerische Erfahrung: Die Länge beträgt zwischen 3 und 10 Kilometer, der Höhenunterschied ist moderat. Die größte Schwierigkeit ist der lockere und stellenweise rutschige Tuffstein unter den Füßen, daher ist bequemes, geschlossenes Schuhwerk mit rutschfester Sohle unerlässlich. Die Wegmarkierungen sind stellenweise nur unzureichend, daher empfiehlt es sich, vorab eine Offline-Karte herunterzuladen oder einen ortskundigen Führer zu engagieren. Für Familien mit Kindern eignen sich das Taubental und das Devrent-Tal als einfachste Varianten.
Der Name „Kappadokien“ geht auf das altpersische Wort „Katpatuka“ zurück – „Land der schönen Pferde“. Pferde waren bereits in der Antike das wichtigste Symbol der Region und wurden im gesamten Nahen Osten hoch geschätzt. Diese Tradition lebt bis heute weiter: Ausritte durch die Täler gehören nach wie vor zu den beliebtesten Möglichkeiten, die Landschaft zu erkunden, und das Wort selbst ist Teil der historischen Identität der gesamten Region geworden.
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Die besten Monate sind April–Mai und Ende September–Oktober. Im Frühling blühen die Täler, im Herbst färben sich die Weinberge goldgelb, und die Temperaturen sind ideal für Wanderungen. Im Sommer (Juli–August) steigen die Temperaturen auf 32–35 °C – Wanderungen sollten daher am besten nur früh am Morgen unternommen werden. Der Winter eignet sich für Fotografen und Liebhaber der Einsamkeit, aber man muss auf Frost und häufige Absagen von Ballonfahrten vorbereitet sein. Entscheiden Sie im Voraus, was für Sie wichtiger ist: Ballonfahrten, Wanderrouten oder menschenleere Pfade.
Fliegen Sie zum Flughafen Nevşehir (NAV) – etwa 45 Minuten bis Göreme – oder nach Kayseri (ASR) – etwa eine Stunde. Direktflüge von Istanbul dauern 1 Stunde und 15 Minuten. Von Istanbul aus verkehren auch Nachtbusse (10–12 Stunden). Am Flughafen ist es praktisch, direkt ein Auto zu mieten – die Täler liegen weit verstreut, und die öffentlichen Verkehrsmittel zwischen ihnen sind spärlich. Wählen Sie Ihren Ausgangspunkt je nach Ihren Plänen: Göreme – in der Nähe der wichtigsten Wanderwege und des Freilichtmuseums, Uchisar – Panoramablicke und Ruhe, Urgup – Boutique-Hotels und Weingüter.
Buchen Sie den Ballonflug im Voraus, besonders in der Hochsaison: Die beliebten Anbieter sind oft schon Wochen im Voraus ausgebucht. Planen Sie den Flug für einen der ersten Tage Ihrer Reise ein – falls der Flug wegen Windes ausfällt, bleibt noch Zeit, ihn auf den nächsten Morgen zu verschieben. Der Flug beginnt bei Sonnenaufgang, dauert etwa eine Stunde und endet mit einem Glas Champagner. Erkundigen Sie sich beim Anbieter nach den Rückerstattungsbedingungen bei wetterbedingten Absagen.
Empfohlene Mindestaufenthaltsdauer: drei volle Tage. Erster Tag: Das Museum von Göreme und die umliegenden Täler (Taubental, Devrent-Tal). Zweiter Tag: Rundwanderung durch das Rote und das Rosa Tal sowie das Tal der Liebe (6–9 km, Felsenkirchen mit Fresken). Dritter Tag: Die unterirdische Stadt Derinkuyu oder Kaymaklı (60–90 Min.) und das Ihlara-Tal (14 km langer Canyon). Laden Sie vor dem Aufbruch eine Offline-Karte herunter – die Wegmarkierungen sind stellenweise ungenau.
Unbedingt erforderlich: bequemes, geschlossenes Schuhwerk mit rutschfester Sohle (der Untergrund besteht aus lockerem Tuffstein), ausreichend Wasser für die gesamte Strecke, Sonnencreme und eine Kopfbedeckung. Nehmen Sie eine Taschenlampe mit – sie wird in den dunklen Höhlenkirchen und den Tunneln der unterirdischen Städte benötigt. Nehmen Sie auch im Sommer eine warme Jacke mit: In der Morgendämmerung ist es am Boden kalt, und in der Höhe des Heißluftballons umso mehr. Im Winter sollten Sie zusätzlich wasserdichtes Schuhwerk und eine Daunenjacke einpacken.
Erkundigen Sie sich bei der Buchung, ob das Zimmer tatsächlich in den Fels gehauen ist und nicht nur im Höhlenstil eingerichtet wurde. Echte Höhlenzimmer verfügen über gewölbte Steindecken, Stein-Nischen und eine natürliche Temperatur ohne Klimaanlage. Prüfen Sie, ob es eine Terrasse mit Blick auf das Tal gibt – viele Reisende bezeichnen die morgendlichen Momente auf dem Dach bei Sonnenaufgang als das Highlight ihrer Reise. Buchen Sie im Voraus: In den Monaten April–Mai und September–Oktober sind die guten Unterkünfte schnell ausgebucht.
Planen Sie mindestens einen halben Tag für den Besuch eines Weinguts in der Umgebung von Urgup ein (Turasan, Kocabağ oder Mahzen): eine Führung durch die Tuffsteinkeller und eine Verkostung der autochthonen Rebsorten Emir und Öküzgözü. Bestellen Sie im Restaurant Testi Kebab – ein Gericht in einer Tonamphore, die vor Ihren Augen zerbrochen wird. Das ist gleichzeitig ein gastronomisches und ein theatralisches Erlebnis. Probieren Sie zum Frühstück den lokalen Brynza-Käse, Honig und Pekmez – diese werden in der Regel sogar in kleinen Hotels am Buffet angeboten.
Die goldene Stunde vor Sonnenuntergang ist die ideale Zeit für das Tal der Liebe und das Rote Tal: Der Tuffstein färbt sich dann in kupferrosa Tönen. Die blaue Stunde bei Sonnenaufgang sorgt für sanftes Licht und bietet die Möglichkeit, die Kugeln am Himmel zu fotografieren. Im Winter sorgt der weiße Schnee auf den „Röhren“ für einen außergewöhnlichen Kontrast. Für Innenaufnahmen in den Höhlenkirchen sollten Sie eine Taschenlampe und ein Weitwinkelobjektiv mitnehmen. Von den Aussichtspunkten zwischen Uchisar und Göreme hat man einen Panoramablick auf Dutzende von Heißluftballons gleichzeitig – kommen Sie 30 Minuten vor Sonnenaufgang dorthin.